Online Mahnverfahren: Ganz bequem zum Mahnbescheid?

Den modernen Zeiten sei Dank: das Mahnverfahren lässt sich inzwischen auch online durchführen. Doch bei aller Euphorie muss der Mahnantrag doch immer noch manuell ausgefüllt werden. Und auch das gerichtliche Mahnverfahren an sich bedarf des klassischen Postweges. Wie Gläubiger die technischen Möglichkeiten für sich nutzen, und wo die Chancen im Online Mahnverfahren liegen, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

per Mausklick zum Online Mahnverfahren

Eines vorweg: Egal, ob online oder offline, das gerichtliche Mahnverfahren verfolgt immer dieselben beiden Ziele, nämlich:

  1. die Realisierung der offenen Forderung und
  2. die Titulierung und damit die Absicherung der Forderung für 30 Jahre

Gerichtliches Mahnverfahren

Das Online Mahnverfahren meint genaugenommen den Einstieg in das gerichtliche Mahnverfahren durch einen Online Mahnantrag. Das ist dann die digitale Version des immerhin acht Seiten und 110 Zeilen langen Papierantrages auf Erlass eines Mahnbescheides. Der Ablauf im gerichtlichen Mahnverfahren ist immer gleich: Der Mahnantrag wird durch einen Rechtspfleger beim zuständigen Mahngericht geprüft. Gibt es keinen Monierungsgrund, wird der Mahnbescheid erlassen und geht dem Schuldner in amtlicher Zustellung zu. Dann bezahlt der Schuldner entweder (das Online Mahnverfahren ist dann erfolgreich abgeschlossen), oder er legt Widerspruch ein (die Sache geht ins Klageverfahren), oder er reagiert überhaupt nicht. Dann muss unbedingt der Vollstreckungsbescheid beantragt werden, damit das Mahnverfahren auch weitergeht. Bleibt auch dieser zweite Teil des gerichtlichen Mahnverfahrens ohne Einspruch, gilt der Titel als erwirkt, und die Forderung ist für 30 Jahre sicher. Zugleich eröffnen sich damit alle Möglichkeiten in der Zwangsvollstreckung.

Diese Daten brauchen Sie

Präzision geht im Online Mahnverfahren über alles. Das bezieht sich sowohl auf die Angaben zum Antragssteller (dem Gläubiger), als auch auf die Angaben zum Schuldner – der heißt dann aber Antragsgegner, und besonders bezieht es sich auf die Forderungsdaten. Denn sämtliche Detailfehler in der Mahnantragstellung sind potenzielle Monierungsgründe.

Wie das Kofferpacken braucht das Online Mahnverfahren eine gewisse Vorbereitung

Damit der Mahnantrag also reibungslos durchgeht und das Online Mahnverfahren ohne Probleme angestoßen werden kann, braucht es einen absolut korrekten Antrag. Wer hier die bürokratischen Hürden scheut, kann auf einen Dienstleister für das gerichtliche Mahnverfahren zurückgreifen. Dann lassen sich alle Chancen des gerichtlichen Mahnverfahrens nutzen.

Die Vorteile im gerichtlichen Mahnverfahren auf einen Blick:

  • Verjährungshemmung (allein der Mahnantrag hemmt schon die Verjährung)
  • Nachdrückliche Schuldnerkommunikation (mit der amtlichen Zustellung im gelben Umschlag)
  • Titulierung und Absicherung der Forderung für 30 Jahre
  • Eröffnung der Möglichkeiten in der Zwangsvollstreckung (Pfändungsmaßnahmen, Gerichtsvollzieheraufträge)

Fazit

Das Online Mahnverfahren bedeutet den Einstieg ins gerichtliche Mahnverfahren über den digitalen Online Mahnantrag. Um alle Chancen im gerichtlichen Mahnverfahren auch online zu nutzen, bedarf es derselben Akribie bei der Antragsstellung, und zwar online wie offline.

Veröffentlicht unter Mahnantragsstellung
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